Zum letzten Spiel in der Verbandsklasse musste der SK Werne die weite Strecke bis nach Essen-Werden fahren.
Werne auf dem drittletzten Platz der Liga … Essen die auf dem Papier stärkste Mannschaft der Liga … Werne muss auf mehrere starke Stammspieler verzichten … keine einfache Aufgabe.
So bekam es auch ohne Ausnahme jeder der Werner Spieler mit einem stärkeren Gegner zu tun.
Die vermeintlich einfachste Aufgabe hatte Ferdi Schlierkamp an Brett 1, sein Gegner war nur leichter Favorit. Obwohl aufgrund der ungleichfarbigen Läufer mal der eine und mal der andere Spieler leichte Vorteile herausarbeiten konnte einigte man sich schließlich auf Remis.
Ab Brett 2 sah die Sache schon anders aus: Carsten Meya musste gegen einen deutlich stärkeren Gegner antreten. Die Partie wurden von beiden Kontrahenten ohne große Fehler gespielt und endete Remis, als in einem Turmendspiel jeder noch zwei Bauern besaß.
Eine ähnlich schwierige Aufgabe hatte auch Andreas Schikowsky an Brett 3. Hier entstand schließlich ein Damenendspiel, welches bekanntermaßen häufig Remis endet. Andreas versuchte zwar noch ein paar Tricks, musste sich am Ende aber doch mit der Punkteteilung zufrieden geben.
Auch Robert Hörstrup an Brett 4 hatte ein ähnliches Spielstärke-Handycap wie die beiden Spieler über ihm. Gleichwohl löste er seine Aufgabe zunächst mit Bravour und konnte eine Stellung mit zwei Mehrbauern erzielen. Der Essener Spieler verteidigte sich jedoch zäh und konnte in ein Endspiel abwickeln, welches Robert nicht mehr gewinnen konnte.
Noch unlösbarer schien die Aufgabe für Fokke Bahlmann an Brett 5: auf dem Papier hatte er allenfalls eine zehnprozentige Chance, als Sieger vom Brett zu gehen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, einen schönen Angriff zu starten und sein Gegenüber Matt zu setzen.
Bernd Scharfenkamp an Brett 6 konnte ein Remis gegen einen ebenfalls deutlich stärkeren Spieler erzielen.
Bei Susanne Timpte an Brett 7 war dann der Spielstärkeunterschied anscheinend zu groß: an einer Stelle rechnete der Gegner einige Züge weiter, kam in Vorteil und gewann schließlich die Partie.
Ersatzspieler Mark Mescher an Brett 8, der normalerweise einige Klassen tiefer spielt, musste gegen einen Spieler mit etwa 500 DWZ-Punkten mehr ran. Auf sein Remis kann er stolz sein!
Alles in Allem eine starke Leistung von David gegen Goliath.
Für die Platzierung in der Liga hatte der Kampf im Nachhinein keine Bedeutung mehr.
So wie die anderen Vereine gespielt haben wäre Werne bei jedem Ergebnis Drittletzter geworden und damit abgestiegen.
Besonders ärgerlich: nach den tatsächlich gespielten Begegnungen im Laufe der Saison wäre Werne eigentlich Siebter geworden und hätte damit den Klassenerhalt geschafft.
Aber drei Spiele des SV Bochum wurden nachträglich aufgrund regeltechnischer Formfehler kampflos verloren gewertet.
Für die Bochumer bedeutete das lediglich, von einem Platz im vorderen Mittelfeld auf einen Platz im hinteren Mittelfeld zu rutschen.
Für Werne war es aber entscheidend: ein Mitkonkurrent um den Klassenerhalt erhielt dadurch zwei Punkte gutgeschrieben und zog in der Tabelle am SK Werne vorbei.
