In der Verbandsklasse kam es zu einer ziemlich ungleichen Begegnung:
als Gastgeber der SV Bottrop, letztes Jahr erst aus der Verbandsliga abgestiegen und fest entschlossen, im nächsten Jahr dorthin zurückzukehren;
als Gäste der SK Werne, gerade erst in die Verbandsklasse aufgestiegen und als auf dem Papier schwächste Mannschaft der Gruppe froh über jeden Punkt.
So wären die Werner selbst in Bestbesetzung krasse Außenseiter gewesen. Aber von Bestbesetzung waren sie meilenweit entfernt. Gleich drei Stammspieler hatten ihre Teilnahme am Mannschaftskampf abgesagt. Mannschaftsführer Ferdi hatte vorab Schwierigkeiten, überhaupt eine komplette Mannschaft zusammen zu stellen. Zumindest das ist ihm aber am Ende doch gelungen – Werne konnte alle Bretter besetzen.
Ein spannender Kampf wurde es gleichwohl nicht, die Durchschnittsspielstärke der werner Spieler lag über 300 (!) Punkte unter der der Gastgeber.
Als Erster beendete Ferdi Schlierkamp an Brett 1 seine Partie mit einem Remis, da er aus persönlichen Gründen schnell wieder nach Hause wollte.
Nicht viel länger spielte Carsten Meya an Brett 3. Hier war allerdings eher die Stellung ausschlaggebend: nach dem Tausch der Damen und von zwei Bauernpaaren war eine derart trockene Stellung entstanden, dass beide Kontrahenten keine Idee hatten, wie man auf Gewinn spielen könnte und sich auf Remis einigten.
Als Nächster war Hamed Ismailzade an Brett 8 fertig, leider mit wenig Erfolg: nach einem Figureneinsteller musste er aufgeben. Direkt danach musste auch Mark Mescher an Brett 7 wenige Züge vorm Matt aufgeben.
Die Mannschaft ist den beiden Ersatzspielern aber trotzdem dankbar, da so wenigstens keine Bretter frei gelassen werden mussten. Der Spielstärkeunterschied war hier so extrem, dass selbst ein Remis ein kleines Wunder gewesen wäre. Zum Vergleich: der bottroper Spieler an Brett 8 hatte eine ähnliche DWZ wie der Werner Spieler an Brett 1.
Bei diesem 3:1 für die Gastgeber blieb es eine Weile. Die übrigen vier Partien waren allesamt materiell ausgeglichen und mit mehr oder weniger geschlossenen Stellungen kompliziert.
Die nächste Entscheidung fiel an Brett 4 bei Andreas Schikowsky. Bei entgegengesetzten Rochaden hatten beide Spieler Angriffsideen entwickelt, die sich am Ende aber zu einem ausgeglichenen Endspiel mit Remisschluß auflösten.
So dann endete die Partie von Fokke Bahlmann an Brett 5. In ebenfalls recht unübersichtlicher Stellung war der Werner unter Druck geraten und verlor schließlich eine Figur, wonach er aufgab.
Auch Marcus Gäßner an Brett 2 musste sich lange in gedrückter Stellung der Angriffe seines Gegners erwehren. Am Ende gelang ihm jedoch die Abwicklung in ein ausgeglichenes Endspiel, welches Remis endete.
Zuletzt spielte noch Susanne Timpte an Brett 6. Als einziger Spieler der werner Mannschaft hatte sie durch einen Qualitätsgewinn in Folge einer schönen Kombination Aussichten auf einen Partiegewinn. Durch eine Unachtsamkeit ließ sie jedoch einen Mattangriff zu, den sie nur durch Damenopfer abwehren konnte – was die Niederlage nur etwas hinauszögerte.
Unterm Strich also eine deutliche 2:6 Niederlage für den SK Werne.
Auf Grund der guten Leistungen in den ersten beiden Spielen steht die Mannschaft in der Liga noch akzeptabel da: Achter und damit Drittletzter, aber punktgleich mit dem Fünften.
